Neue Sachlichkeit, von Gustav Hartlaub, Direktor der Kunsthalle Mannheim,

1923 geprägter Begriff für eine in Deutschland entwickelte Stilrichtung der 1920er-Jahre.

Kennzeichen: Charakteristisches Anliegen der Künstler der Neuen Sachlichkeit war eine objektive und präzise Wiedergabe der Realität. Die Überschärfe und die starke Betonung der Gegenständlichkeit unter Ausschaltung von Licht und Schatten läßt in vielen Werken oft eine magische Wirkung entstehen.

Zwei Richtungen kennzeichnen die Kunst der Neuen Sachlichkeit: Zynismus und Resignation als die negative Seite, die schonungslos satirisch überspitzt das Großstadt-leben und die Welt des Industriearbeiters darstellt.

In der Begeisterung für die nackte Wirklichkeit liegt die positive Seite der Neuen Sachlichkeit, die aus dem Wunsch entspringt, die Dinge ganz objektiv und in ihrer materiellen Substanz zu sehen, ohne sie vornherein mit Ideen zu belasten.